Schweden - Winterreise (Dezember 2020)

Mariefred 1.-4.12.2020

Der Stellplatzname "Mariefreds Marina" ist etwas irreführend, deshalb landen wir zunächst im Gästehafen. Ein Anruf beim Hafenmeister Börn schafft Klarheit. Der Wohnmobilstellplatz liegt nordwestlich vom Zentrum ein Stück vom Hafen entfernt. Wahrscheinlich wurde er diesen Sommer frisch aus dem Boden gestampft, die Beschilderung ist noch dürftig und außer Strom gibt es keine Infrastruktur. Wir bleiben trotzdem hier.

Bei unserer Ankunft gegen 15 Uhr dämmert es bereits und wir haben keine Lust, im Dunkeln noch weiter zu fahren, außerdem möchten wir uns gern das Schloss Gripsholm anschauen.

 

Die erste Reber Mozart-Pastete aus dem recycelten Mandarinensäckchen, was uns seit einigen Jahren als "Adventskalender" dient, tröstet über die Enttäuschung hinweg, dass wir nicht direkt im Hafen parken können. Die Nacht verläuft ruhiger als gedacht, trotz der benachbarten Straße.

Adventskalender

Schloss Gripsholm

Krone

Die vom Wetterbericht versprochene Sonne sehen wir leider nicht, doch der Ausflug zum Schloss Gripsholm ist trotzdem sehr schön.

 

Daran, dass um diese Jahreszeit kaum etwas von innen zu besichtigen ist, sind wir schon gewöhnt.

 

Ein Mitarbeiter von Gripsholm freut sich, überhaupt mal ein par Menschen im Schlosshof zu treffen. Er heißt uns herzlich willkommen und wünscht einen angenehmen Aufenthalt.

Innenhof

Regentraufe

In diesem Jahr erfüllt es uns mit besonderer Dankbarkeit, dass wir in Schweden sein dürfen, während man innerhalb von Deutschland derzeit nirgendwohin reisen kann. Hier läuft das Leben völlig normal, fast wie vor der Corona-Pandemie. Auf's Abstandhalten wird von jedem sehr geachtet, eine Maskenpflicht gibt es nicht.

Alter Baum

Die Schweden halten sich oft im Freien auf, so auch im Hirschgehege, ein Stück hinter dem Schloss, wo uns einige Spaziergänger begegnen.

 

Die Hoffnung, Damwild in dem wunderschönen alten Wald zu sehen schwindet je näher wir zurück zum Ausgang kommen, doch dann finden wir zufällig eine Futterstelle, wo sich ein paar prächtige Tiere aufhalten.

 

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Reisebericht

Dammwild

Dicke Rinde

Hedemora 4.-7.12.2020

Dala Pferd in Avesta

Schneematsch

Bei der Abfahrt aus Mariefred regnet es, einige Kilometer weiter nördlich bei Avesta liegt der erste Schnee am Straßenrand. Es ist ein bisschen glatt.

 

Wir stoppen kurz beim weltgrößten Dala Pferd in Avesta und quartieren uns ein paar Kilometer weiter auf einem Wohnmobilstellplatz ein.

 

Das Tor ist dank Voranmeldung offen. Karin, die Platzwärterin, gibt uns am Telefon alle wichtigen Informationen und heißt uns herzlich in Hedemora willkommen.

Stellplatz im Volkspark

Am nächsten Morgen liegt dicker Nebel über dem Ort. Die Luft ist feucht bei +2°C.

 

Wir laufen einen größeren Bogen um die beiden Badeseen herum und erledigen ein paar Einkäufe.

 

Zum Mittagessen erstrahlt unser Wohnmobil in vorweihnachtlichem Kerzenschein, es ist schön gemütlich.

Schwimmbad

Torwand

Sauns

Der Stellplatz am Volkspark ist schon etwas in die Jahre gekommen, doch wir können uns vorstellen, dass die überdachte Freilichtbühne im Sommer noch manchmal genutzt wird. Die Sanitäranlagen sind im Keller unter dem Hauptgebäude untergebracht und ebenfalls etwas älter, doch gut gepflegt.

 

Auf dem Stellplatz ist nur noch ein Türke mit seinem Wohnwagen. Wir können die Sauna am Nachmittag für uns ganz allein anheizen und bei dem usseligen Wetter angenehm schwitzen.

Karin freut sich, dass wir noch einen Tag verlängern, Uwe dafür nicht. Er muss die etwas mehr als 300 Spikes in die Reifen schrauben. Das ist eine recht aufwändige Aktion, die ca. 2,5 Stunden dauert, doch es lohnt sich jedes Jahr wieder und gibt mehr Sicherheit. Jetzt kann der Winter kommen.

Spikes

Reifen mit Spikes

Obwohl wir die Spikes im Frühjahr gemeinsam rausgeschraubt haben, ist tatsächlich einer drin geblieben. Das Vier-Augen-Prinzip funktioniert also auch nicht immer.

Mora 7.-10.12.2020

Letzten Winter hat Uwe die Spikes in Mora montiert. An der Ver- und Entsorgungsstation auf dem Campingplatz gibt es die Möglichkeit, den Reifenluftdruck zu prüfen. Im nun schon dritten Winter vertrauen wir darauf, dass die Reifen auch mit Spikes dicht sind, doch Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Wie erwartet, hat der Terri auf dem Weg hierher keine Luft verloren. Wir beziehen wieder unseren Stammplatz mit Blick zum Österdalälven.

Campingplatz

Wie in den letzten beiden Jahren, ist es in Mora nasskalt und zeitweise fällt Regen. Diesmal sind wir ein paar Tage später hier, so dass in der Fußgängerzone bereits die Weihnachtsbeleuchtung brennt. Damit sieht die Stadt gleich viel freundlicher aus. Wir bummeln ein bisschen durch die Geschäfte und finden eine schicke neue Skihose, die hoffentlch bald zum Einsatz kommt.

 

Weitere Bilder aus Mora im

Reisebericht

Fußgängerzone

Kläppen 10.-13.12.2020

Schon wenige Kilometer hinter Mora geht es die ersten Berge hinauf und die Landschaft wird winterlich. Gut, dass die Reifen mit den Spikes gespickt sind, teilweise ist die Schneedecke festgefahren und vereist.

Winterlandschaft

Im ersten Skigebiet dieser Reise parken wir an der Langlaufloipe und schauen uns ein wenig um. Hier waren bisher noch nicht. In der gemütlichen Sitzecke der Lodge fühlt es sich an, wie angekommen im Winter.

Skilodge

Parkplatz

Auf der Schanze mit dem großen Luftkissen trainiert eine Gruppe Jugendlicher waghalsige Sprünge. Wir gucken eine Weile zu und machen es uns dann im Wohnmobil gemütlich.

Schanze

Schneekanone

Über Nacht schneit es ein bisschen, doch zum Skifahren reicht der Naturschnee noch nicht. Im Skigebiet läuft die Schneeproduktion auf Hochtouren. Nächstes Wochenende werden die Pisten eröffnet.

 

Wir prüfen auf einer Wanderung erstmal die Schneeverhältnisse. Der kompakte Kunstschnee wurde bisher nur grob verteilt, eine Abfahrt über die Pisten wäre mühsam und würde keinen Spaß machen. Allerdings sind die festen Scooterspuren für den Aufstieg bestens geeignet.

Scooterspur

Powder

Eiszapfen

Feinster Powder

Weiter oben wird der Schnee immer lockerer und wir sind endlich in unserem Element. Von der Bergstation auf 657 m steigen wir eine Waldpiste hinab.

 

Hier ist bisher kein Scooter gefahren und die Piste wurde noch nicht präpariert - ideal für eine Skitour.

 

Tourdaten Wanderung

Strecke: 6,7 km

Höhenunterschied: 358 m

Gehzeit: 2 Stunden

Skifahren ist unsere allergrößte Leidenschaft. Das Gefühl, den ersten Tag der Saison auf Skiern zu stehen, können wir gar nicht beschreiben. Mit den Tourenski steigen wir noch einmal zur Bergstation hinauf und sind in zehn Minuten wieder unten. Trotz der kurzen Abfahrt ist es traumhaft schön!

Zauberwald

Abfahrt

Tandådalen 13.-16.12.2020

Im letzten und vorletzten Winter hatten wir einen Saisonskipass von Skistar, mit dem wir in fünf Skigebieten in Schweden und Norwegen skifahren konnten. Da zum Vorverkaufsstart nicht klar war, ob wir 2020/21 überhaupt nach Norwegen fahren dürfen, haben wir diesmal keinen gekauft. Bei weiterer Recherche stellt sich heraus, dass Skistar ab diesem Winter Parkgebühren einführt. Wir bereuen unsere Entscheidung nicht.

Parkplatz

Die Neugier treibt uns trotzdem nach Sälen, um mal zu gucken, wo der neue Wohnmobilstellplatz eingerichtet wurde. Er ist online buchbar und kostet über 50 € pro Nacht (Strom extra nach Verbrauch).

 

PKW-Fahrer müssen auf den kostenpflichtigen Parkplätzen, nah an den Liften, ab dieser Saison etwa 10 € pro Tag bezahlen.

 

So hohe Gebühren, zusätzlich zu Skipass oder Loipenkarte, haben wir in noch keinem Skigebiet erlebt und das unterstützen wir auch nicht.

Einige abgelegene Parkplätze ohne Infrastruktur sind noch immer kostenlos. Einer davon liegt in Östra Tandådalen, wo wir auch mit dem Wohnmobil übernachten dürfen. Einen Haken hat die Sache jedoch.

 

Das Skigebiet in Sälen wird diese Woche teilweise eröffnet, nur hier noch nicht. Keine einzige Piste ist präpariert. Wahrscheinlich werden sich die Lifte erst kurz vor Weihnachten drehen. Wir sind gespannt, ob die Rechnung von Skistar aufgeht oder die Gäste ausbleiben.

Ruhe im Skigebiet

Kalven Runde

Waynes Coffee

Von unserem Parkplatz ist die Loipe um den 867 m hohen Berg Kalven gut zu erreichen. Wir schnallen die Fjällski an und sind überrascht, dass die Loipe bereits ein wenig präpariert ist.

 

In Anbetracht der gestrigen Nachrichten über den Lockdown in Deutschland fühlen wir uns sehr glücklich, gerade jetzt im tief verschneiten Wald unterwegs sein zu können.

 

Es ist für uns unvorstellbar, einen schneefreien Winter zu Hause zu verbringen.

Im Skigebiet am Tandådalstorget laufen einige Lifte. Viele Skifahrer sind noch nicht unterwegs. Wir machen eine Cappuccionopause in der Sofaecke von Wayne's Coffee, wo wir letzte Saison schon öfter waren. Durch eine traumhafte Winterlandschaft geht es zurück zum Wohnmobil. Insgesamt sind wir 2:45 Std. unterwegs.

Winterwald

Kalven Runde

Die Pistenskisaison beginnt für uns mit ein paar kleinen Pannen.

 

Zunächst versuchen wir den Skipass am Vortag direkt an der Kasse zu kaufen, doch statt 30 €, wie im Internet gelistet, sollen wir 50 € bezahlen. Angeblich, weil Skistar möchte, dass die Skipässe online gekauft werden und nicht vor Ort. Wir lassen alles stornieren und buchen später im Internet. Dabei stellt sich raus, dass der Skipass im Geschäft wirklich etwas teurer ist, aber nicht 20 €. Der Mitarbeiter an der Kasse muss etwas falsches gebucht haben.

Neuschnee

Die zweite Panne passiert beim Skibus. Wir wollen ihn nutzen, um in einen Bereich des Skigebietes zu fahren, der bereits in Betrieb ist, doch der Bus kommt nicht. Zunächst denken wir, dass er wegen des Nebels Verspätung hat, dann rufen wir beim Kundenservice von Skistar an. Wir werden zum Busunternehmen verbunden und erhalten dort die Telefonnummer des Fahrers. Inzwischen sehen wir den Bus auf der Hauptstraße vorbeifahren. Der Fahrer klärt uns am Telefon auf, dass der Parkplatz in Östra Tandådalen nicht angefahren wird, weil die Lifte noch nicht in Betrieb sind, wir müssten zur Haltestelle an der Hauptstraße kommen. Es ist kein Problem, die paar Meter zu laufen, doch aus dem Busfahrplan von Skistar geht das nicht hervor. Mit eineinhalb Stunden Verspätung kommen wir im Skigebiet Lindvallen an.

Liftbereich

Corona-Regeln

Die Corona-Regeln haben sich seit März nicht verändert. Die Absperrungen für die Liftschlangen sind etwas aufwändiger geworden. Seile in der Mitte der Zäunen sorgen für 1,5 m Abstand zwischen den Anstehenden.

 

Derzeit ist es an den Liften nicht voll, außerdem haben die Schweden auch schon vor der Pandemie mit Abstand in Zweierreihe hintereinander angestanden. Große Menschentrauben vor dem Lifteinstieg, wie in den Alpen, bilden sich hier nicht.

Eisbäume

Mittagessen

Das Wetter ist für den ersten Skitag eher bescheiden. Oben am Berg hängt der Nebel, die Sicht ist schlecht und wir haben leichte Plusgrade, so dass der schöne Neuschnee anfängt zu pappen.

 

Uns macht es trotzdem Spaß, die Pisten hinunter zu wedeln und schon bald stellt sich Hunger ein. In der Grillbar am Gustavstorget gibt es in der Vorsaison günstige Lunchmenüs. Die Frikadellen aus Rindfleisch mit Kapern schmecken super lecker und das Bier aus der Fjällbrauerei passt hervorragend dazu.

Zu allem Überfluss beginnt es nach dem Essen zu regnen, doch immerhin wird die Sicht besser. Inzwischen ist auch das Flutlicht an und wir drehen noch ein paar Runden, bis die Skianzüge nass sind. Bei der Rückfahrt bringt uns der nette Busfahrer, mit dem wir heute Morgen telefoniert haben, bis zum Parkplatz.

Flutlicht

Weitere Bilder aus dem Skigebiet Lindvallen im

Reisebericht

Särna 16.-20.12.2020

Zögerlich löst sich der Nebel im Sälenfjäll auf und die Sonne kommt seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder raus. Eigentlich wäre der Tag super zum Skifahren, doch unsere Energiereserven für's Freistehen sind nach sechs Nächten ohne Landstrom aufgebraucht. Wir müssen zur Tankstelle unten im Ort, um Benzin für den Stromgenerator nachzutanken. Der Einkauf wird auch gleich erledigt und dann geht es weiter gen Norden.

Unterwegs

Die Straßenverhältnisse präsentieren sich ähnlich wie in den letzten Jahren. Die Spikes geben dem Terri genug Halt auf der teilweise waschbrettartig festgefahrenen Schneedecke. Eine Klappe springt mehrmals auf und ein Drücker vom Schrankgriff rappelt sich los, doch wir kommen gut voran.

Tor zum Fjäll

Schlitten

An Särna sind wir schon oft vorbei gefahren und haben jedes Mal nach dem schön gelegenen Campingplatz geschielt. Nun nehmen wir uns die Zeit, auch mal zu verweilen. Die Bezeichnung "Fjällporten" - Tor zum Fjäll, trifft die Lage von Särna schon ganz gut. Die Nationalparks Fulufjället und Sånfjellet sind nicht weit weg.

Vedungsfjället

Diesmal haben wir den Fehler gemacht, uns nicht vorher beim Campingplatz anzumelden. Auf unsere E-Mail hat niemand reagiert und danach haben wir es versäumt anzurufen. Laut Website ist er ganzjährig geöffnet, was auch stimmt. Nach der Anmeldung im Restaurant werden wir zu unserem Platz geschickt, doch der liegt unter einer etwa 20 cm dicken Schneedecke.

Restaurant vom Campingplatz

Der Chef will testen, ob wir ohne den Räumdienst in den Schnee hinein fahren, aber nicht mit uns! Wir drehen eine Runde über den Platz und wollen uns gerade beschweren, da hat der Schlingel schon den Schneepflugfahrer angerufen.

 

Die versprochenen fünf Minuten dauern natürlich etwas länger. Wir warten eine halbe Stunde bis das schwere Gerät die ganze Fläche freigeräumt hat.

 

Das passiert uns nicht noch einmal, demnächst wird angerufen, wenn auf E-Mail keiner reagiert.

Schneepflug

Stellplatz

Unterhalb vom Campingplatz liegt die alte Kirche mit dem Freilichtmuseum. Von dort spazieren wir einmal quer durch den ganzen Ort. Als es anfängt zu schneien sind wir zurück im kuschelig warmen Wohnmobil.

Alte Kirche

Sauna

Abkühlung

Der Campingplatz ist mit modernen Sanitärräumen und weiteren Komfort ausgestattet. Wir verlängern unseren Aufenthalt um zwei Nächte.

 

Auf Nachfrage schalten die Betreiber am Abend die Sauna für uns ein. Der frisch gefallene Schnee ersetzt das Tauchbecken zum Abkühlen.

 

Im Aufenthaltsraum, der für die nordischen Campingplätze so typisch ist, machen wir es uns zwischen den Saunagängen gemütlich.

Aufenthaltsraum

Nach dem Schneeschauer steigen die Temperaturen bis auf den Gefriepunkt. Ringsherum hält sich hartnäckig der Nebel. Wir haben keine rechte Lust rauszugehen und kochen erst mal ein leckeres Mittagessen, Lachs mit Pack Choi Gemüse und Reis.

Lachs mit Pack Choi Gemüse

Wegweiser Skigebiet

Den ganzen Tag im Wohnmobil sitzen, können wir nicht, also raffen wir uns auf und laufen die gut 3 km bis zum Skigebiet von Särna. Der Name "Mickeltemplet" klingt lustig. Es gibt drei Sprungschanzen, vier Loipen und einen Skilift. Das eine oder andere Wintersporttalent soll hier die ersten Schwünge gemacht haben. Da die Sonne bereits um 14:45 Uhr untergeht, müssen wir uns beeilen, vor Einbruch der Dunkelheit zurück zu sein.

Tor zum Fjäll

Fjällnäs 20.12.2020-5.1.2021

Sonniges Fjäll

Wenn Uwe vor der Abfahrt vom Campingplatz möchte, dass ich Schneeketten aufziehe, dann müssen die Verhältnisse wirklich kritisch sein. Normalerweise vertraut er den Spikes.

 

Nach etwas Regen ist jedoch der ganze Platz eine blanke Eisfläche und wir müssen einen kleinen Hügel hoch. Bewaffnet mit zwei Bremskeilen stelle ich mich an die Schräge, um das Wohnmobil notfalls zu stoppen, falls es ins Rutschen gerät. Zum Glück brauche ich sie nicht. Uwe fährt ganz souverän hinauf, nur das Heck rutscht einmal kurz zur Seite.

Blankeis

Auf unserem Abstecher zum Skigebiet Fjätervålen müssen wir die Ketten erneut anlegen. Von der Hauptstraße bis zum ebenfalls völlig vereisten Parkplatz sind ein paar glatte Steigungen zu überwinden. Eigentlich war der Plan, hier einen Tag Ski zu laufen, doch der Schnee ist so nass, dass wir direkt weiter nach Fjällnäs fahren. Die Betreiber Winnifred und Hans freuen sich sehr als wir plötzlich aufkreuzen und laden uns gleich zum Kaffeetrinken ein.

Campingplaz

Unser Platz vom Frühjahr ist zwar noch frei, aber schon für jemand anderen reserviert.

 

Der Wohnwagen, neben dem wir nun stehen, gehört Norwegern, die derzeit nicht nach Schweden kommen dürfen. Uns dient er als guter Windschutz, auch wenn die Aussicht ein bisschen einschränkt ist.

 

Der Malmagensee ist laut Aussage von Hans schon mindestens 25 cm dick zugefroren. Die zahlreichen Scooterspuren zerstreuen jeden Zweifel an der Tragfähigkeit des Eises.

Blick ins Fjäll

Abends sind wir mit unseren Freunden am Bodensee zu einem virtuellen Treffen über Skype verabredet. Die beiden prosten uns von ihrem weihnachtlich geschmückten Balkon mit Glühwein zu.

 

Schön, dass es diese Möglichkeit gibt, um Kontakt zu Verwandten und Freunden zu halten. Die persönlichen Begegnungen sind in diesem Jahr leider viel zu kurz gekommen.

Freunde

Skype Chat

Wasserfall

Eisskulpturen

An unserem ersten Tag in Fjällnäs lockert der graue Himmel etwas auf. Die Gelegenheit nutzen wir, um uns den nahe gelegenen Anderssjöåfallet anzuschauen. Er ist ähnlich stark vereist wie im März und im Fluss haben sich tolle Eisskulpturen gebildet. Die Treppe mit 303 Stufen zur oberen Wasserfallstufe ist noch nicht eingeschneit, so dass wir auch mal hochstapfen können.

Obere Wasserfallstufe

Hotel in Fjällnäs

Wintergarten

Damit es sich lohnt, einen Skipass zu kaufen, muss noch ein bisschen Schnee fallen. Wir erkunden zumindest schon mal, wo der Skibus abfahren würde und gelangen dabei zum Hotel Fjällnäs, welches 1882 erbaut wurde.

 

Im gemütlichen Wintergarten unterhalten wir uns bei einem Cappuccino mit der Kellnerin Tess. Ihr Papa stammt aus Schwäbisch Gmünd und sie spricht fließend Deutsch. Es ist sehr interessant zu erfahren, was eine 19-jährige Schwedin vom Leben erwartet. Sie besucht uns später nochmal im Wohnmobil.

Hundegespann

Über Nacht fällt tatsächich etwas Neuschnee, doch zur Auffrischung der Skipisten noch immer zu wenig, dafür sind die Musher vom Schwedenteam auf dem Campingplatz zu Gast. Sie fahren mit zwei Gespannen ein paar Proberunden auf dem zugefrorenen See und wollen zukünftig mit Winnifred und Hans zusammenarbeiten.

Am See

Etwas Neuschnee

Heiligabend machen wir eine kleine 3 km lange Skitour über den See bis nach Hamra. Die Loipe ist auf dieser Strecke noch nicht gespurt, doch es liegt genug Schnee für die Fjällski. Mit ein paar Lebensmitteln aus dem gut sortierten "Hamra Livs" geht es gegen den stürmischen Wind wieder zurück.

Skitour nach Hamra

Der obligatorische Kartoffelsalat mit Bratwurst schmeckt lecker. Die kleine Weihnachtsbaumkerze aus Växjö sorgt für die passende Atmosphäre. Leider konnten wir diesmal keinen größeren Baum auf dem Weihnachtsmarkt in Røros kaufen, weil die Grenze nach Norwegen geschlossen ist.

Kartoffelsalat

Am ersten Weihnachtsfeiertag fahren wir als einzige Passagiere mit dem Bus zum Skistadion in Tänndalen. Von dort führt eine 8 km lange und gut präparierte Loipe entlang des Flusses Tännån zum Skigebiet Tänndalen und nach Hamra.

 

Unterwegs kehren wir im Wärdshused Forbonden ein. Hier sind wir am frühen Vormittag die einzigen Gäste. Die Wirtin macht Waffeln mit Moltebeeren und Sahne für uns. Sie erzählt, dass es die ersten Waffeln der Saison sind und hofft, dass sie schmecken, was natürlich der Fall ist.

Langlaufspur

Skihütte

Skitour

Im Alpinskigebiet werden die Skifahrer an den Feiertagen mehr, doch zu längeren Warteschlangen kommt es selten. Der Neuschnee reicht einfach nicht, um mehr Pisten zu präparieren. Bisher ist nur das halbe Skigebiet geöffnet. Wir kaufen weiterhin keinen Skipass.

 

Lieber gehen wir auf der alten Dorfstraße spazieren oder mit den Fjällski in den Wald.

 

Auf dem Campingplatz gibt es eine neue Sauna, die muss natürlich ausprobiert werden.

Sauna

Die Tage vergehen und schon steht das Neue Jahr vor der Tür. Da uns noch die Schmankerl für das Silvestermenü fehlen, müssen wir wohl oder übel die gut 3 km nach Hamra laufen, doch der Weg lohnt sich. Der Chef des Lebensmittelladens kennt uns schon und winkt als wir das Geschäft betreten. Die Auswahl an leckeren Spezialitäten ist groß und wir finden schnell was wir suchen.

Silvestermenü

Gegen 22 Uhr ist alles verspeist und wir machen einen Verdauungsspaziergang durch das Dorf. Überall brennen Feuer und Marshaller, die großen Hofkerzen. Es herrscht eine heimelige Atmosphäre.

 

Zufällig treffen wir Tess, die deutschsprechende junge Kellnerin, an der Feuerstelle des Hotels. Sie hat schon Feierabend und begeht allein den Jahreswechsel.

 

Wir stehen einen ganze Weile zusammen am Feuer und unterhalten uns sehr nett.

Nachtspaziergang

Treffen mit einer netten Bekannten

Feuerwerk

Um Mitternacht erleuchten so viele Raketen den Himmel, wie wir es nie zuvor in Schweden gesehen haben.

 

Die Campinggäste kommen aus ihren Wohnwagen und Stugas, alle prosten sich zu. Die Sprache wechselt während der Unterhaltung von Schwedisch über Niederländisch und Englisch bis hin zu Deutsch.

 

Im Wohnmobil schauen wir den "Silvesterpunsch" der Serie "Ein Herz und eine Seele" mit Ekel Alfred. Gegen 1 Uhr geht's ins Bett.

Neujahrswanderung

Gestern haben sich Annett und Walter aus Norwegen gemeldet, dass sie in Vauldalen, nur 2 km von der Schwedischen Grenze entfernt, mit ihrem Wohnmobil stehen. Kurzfristig verabreden wir ein Neujahrstreffen. Die beiden dürfen nur nach Schweden reisen, wenn sie anschließend in Quarantäne gehen und wir könnten ebenfalls nur mit Quarantäne nach Norwegen einreisen. Die Grenze wird vom Norwegischen Militär bewacht, doch ein Treffen am gelben Grenzstein ist erlaubt.

Grenzstein

Grenzzaun

Grenztreffen

Da wir nicht wissen, ob wir mit dem Wohnmobil bis zur Grenze fahren dürfen, gehen wir zu Fuß und haben mit 9 km den längeren Weg bis zum Treffpunkt, einem Parkplatz, der zur Hälfte in Schweden und zur anderen Hälfte in Norwegen liegt. Annett und Walter sind mit ihrer Hündin Sarah kurz vor uns da. Die Freude ist auf beiden Seiten groß. Auch wenn wir uns nicht drücken und umarmen können, bereitet es uns große Freude im Freien miteinander zu plaudern, bis allen ein wenig kalt wird, dann trennen sich die Wege wieder.

Route

Nachdem der Himmel zwei Wochen lang mehr oder weniger bedeckt war und es hin und wieder geschneit hat, erleben wir nach dem Vollmond wieder tolle rosafarbene Sonnenaufgänge.

Fjällnäs Camping

Über Nacht ist es mit -24°C knackig kalt geworden. Wir ziehen uns warm an und starten zu einer Skitour auf den Storkläppen, den mit 1038 m höhsten Punkt im Skigebiet Tänndalen.

 

Die besonderen Lichtverhältnisse im Dezember und Januar sind es, die uns immer wieder nach Skandinavien ziehen.

 

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Reisebericht

Thermometer

Im Fjäll

Wegkreuz

Nach der Tour mal eben Tee zum Aufwärmen kochen, funktioniert leider nicht. Die Punpe ist eingefroren. Uwe holt Wasser aus dem Sanitärgebäude und wir füllen eine Wärmflasche, um die Pumpe aufzutauen. Zusätzlich kommt ein kleiner Reiseföhn in den Doppelboden. Nach knapp einer Stunde läuft das Wasser wieder. Bei diesen Temperaturen ist Wintercamping eine Herausforderung.

Skitour

An unserem vorerst letzten Tag in Fjällnäs ist es erneut sehr kalt. Wir warten bis die Sonne den Campingplatz erreicht und starten dann zu einer Skitour ins Fjäll.

 

Interessanterweise wird es je weiter wir aufsteigen immer "wärmer".

 

Wahrscheinlich liegen extrem kalte Luftmassen im Tal und darüber wärmere Luftschichten. Es weht kein Wind, der sie aufwirbeln könnte.

Eiskristalle

Flechten

Wir genießen die Stille und erfreuen uns an den unzähligen Eiskristallen in Wasserläufen sowie an Bäumen und Sträuchern. Nach einer kurzen Brotzeit in einer Schutzhütte geht es zurück ins einkalte Tal.

 

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Reisebericht

An der Malmagvalenhütte

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