Hoher Dachstein 2.995m

Viele, viele Jahre ist es her, dass wir den Dachstein zum Skifahren besucht haben. Schon damals hatten wir vom längsten Klettersteig der Ostalpen auf diesen interessanten Berg gehört. Die beiden ersten Abschnitte sind sehr anspruchsvoll, doch der Gipfelklettersteig über die Ostschulter schien uns durchaus machbar.

 

So haben wir Ende September 2016 das perfekte Bergwetter ausgenutzt und sind mit einer der ersten Seilbahnen kurz nach 8 Uhr zum Gletscher hochgefahren.

Dachsteinseilbahn

Gletscherspalten

Der Anstieg zur Dachsteinwarte war gekennzeichnet und von Pistenbullies planiert. Neben der Fahrspur klafften tiefe Gletscherspalten. Mutter Natur fordert immer wieder Respekt!

 

Kurz vor der Dachsteinwarte (Seethaler Hütte) zweigte rechts ein Trampelpfad zum Einstieg in den Schultersteig ab. Schon nach wenigen Metern waren die Drahtseile zu erkennen. Der Aufstieg weiter rechts zum Randkluftsteig war als gesperrt gekennzeichnet. Spuren konnten wir aber auch dort erkennen.

An der Bergstation der Seilbahn stand ein Hinweisschild, dass der Klettersteig wegen Vereisung nur mit alpiner Ausrüstung zu begehen ist. Vor ein paar Wochen hat es geschneit und durch die Nord-Ost-Ausrichtung lag noch recht viel Schnee im Steig.

 

Gleich am Anfang hatten wir die etwas schwierige Schlüsselstelle im Fels zu überwinden. Schon wenig später folgten erste Eisplatten. Die Steigeisen waren noch im Rucksack. Es ist immer schwierig zu entscheiden, wann man sie am besten anlegt. Wir sind zunächst mit den Wanderschuhen gut zurecht gekommen.

Tiefblick zum Gletscher

Schnell haben wir an Höhe gewonnen. Der Steig ist abwechslungsreich angelegt und gut gesichert. Leichte Passagen wechseln sich mit schwierigeren ab. Künstliche Tritte gibt es nur dort, wo die natürlichen rar gesät sind. Gut gesetzte Zwischensicherungen ermöglichen die zusätzliche Absicherung mit dem Bergseil.

Bei der Querung zum Randkluftsteig kamen wir ohne Steigeisen nicht mehr weiter. Es waren zwar Fußspuren von unseren Vorgängern zu erkennen, doch teilweise lag das Sicherungsseil unter dem Schnee begraben und die Gefahr zum steilen Gletscher abzurutschen war zu groß. Wir sind ein Stück zurück geklettern und haben dort, wo wir einen sicheren Stand hatten, die Steigeisen angelegt.

Wenig später konnten wir wieder im Fels klettern, was mit Steigeisen nicht so angenehm ist. Also haben wir sie abgeschnallt und eingepackt. Das kostet zwar jedes Mal Zeit, doch das sichere Gefühl ist es wert.

 

Der Gipfelaufschwung ging dann leichter als gedacht. Die Sonne hatte den Schnee weitestgehend weggetaut und im Schatten war er sehr griffig. Es ließ sich gut klettern.

 

Den Gipfel mussten wir mit nur vier weiteren Bergsteigern und ein paar gefräßigen Dohlen teilen.

Gipfelbuch

Dohle

Der Wind hat nur schwach geblasen, so dass wir in aller Ruhe den Ausblick und unsere Brotzeit genießen konnten. Ins Gipfelbuch haben wir uns natürlich auch eingetragen.

Aussicht vom Gipfel

Nach dem obligatorischen Gipfelfoto ging's an den Abstieg. Dass wir nicht den ganzen Weg über die Schulter zurück klettern wollten, hatten wir schon am Abzweig zum Randkluftsteig einstimmig beschlossen.

Gipfelfoto

Der Hatscher über den Gletscher war zwar äußerst steil, doch mit der Eisausrüstung nicht wirklich schwierig. Wir konnten nicht nachvollziehen, warum der Steig von unten gesperrt war. Zum Abschluß der Tour sind wir ins Gletscherrestaurant eingkehrt und haben mit einem Bärenhunger Spiegeleier mit Speck und Germknödel vertilgt.

Tourdaten

Strecke: 6,4 km

Höhenunterschied: 300 m

Gehzeiten. ca. 5 Std. (mit Pausen)

 

Unsere Meinung:

Anspruchsvoller, gut abgesicherter Steig mit wunderbarer Aussicht

Mittagstisch

Tourenbuch

29.09.2016

Klettersteige

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