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Kaldidalur Hochlandroute

Sonntag , 29.6.2014

Bei herrlichem Wetter und guter Fernsicht sind wir die Kaldidalur Hochlandpiste gefahren. Sie ist die einzige Hochlandroute, die man mit etwas Mühe auch mit einem nicht allradgetriebenen PKW befahren kann.

 

Von der Passhöhe mit dem riesigen Steinhaufen hatten wir einen guten Blick auf die Gletscher Pórisjökull und Geitlandsjökull. Außer den Gletschern gibt es im Hochland nicht viel zu sehen, Spaß macht die Fahrt aber allemal.

Passhöhe auf Kaldidalur Piste

Blick zum Langjökull

Gletscherexkursion

Wenige Kilometer vor Husafell, unserem heutigen Tagesziel, zweigt eine Piste zum Langjökull ab. Er ist der zweitgrößte Gletscher Islands und stand natürlich auf unserem Reiseplan.

 

Theoretisch kann man mit einem 4x4 Fahrzeug bis auf den Schnee fahren, wie es das 8x8 Gletschermobil jeden Tag mit den Ausflüglern tut.

Praktisch hat unser RAV4 bei der Hütte geparkt und wir sind die letzten paar Meter über sehr grobes Geröll zu Fuß bis zum Eis gegangen.

Wie bereits am Skálafellsjökull haben wir es bereut, dass wir nicht doch noch die Skiausrüstung mit ins Auto gepackt haben. Hier hätten wir eine tolle Skitour machen können. Stattdessen sind wir nur bis zu den Hundeschlittengespannen aufgestiegen, die gerade für eine Touristengruppe vorbereitet wurden.

Hundeschlitten bereit für Touristen

Husafell

Husafell ist eine Ansammlung von Sommerhäuschen der Isländer mit Campingplatz und kleinem Schwimmbad. Das Personal des Campingplatzes ist ausgesprochen freundlich und hilfsbereit.

Künstleratelier

Gesicht auf Fels

Am Nachmittag haben wir einen kleinen Spaziergang durch die Umgebung gemacht. Recht interessant ist das Atelier des Künstlers Páll Guðmundsson, der Gesichter in Steine meißelt.

Gesicht auf Fels

Bekassine

Montag, 30.6.2014

Ganz in der Nähe von Husafell gibt es zwei Lavahöhlen. Die Farm Fljótstunga bietet geführte Touren in die Höhle Viðgelmir an. Da die Touren sehr beliebt sind, sollte man sich vorher telefonisch anmelden.

 

Viðgelmir ist eine der größten Lavahöhlen der Welt und entstand, als die Oberfläche eines breiten Lavastromes, der aus drei Erdspalten kam, abgekühlt und die Lava darunter weiter abgeflossen ist.

Viðgelmir Höhle

Lavafluß

Höhleneingang Viðgelmir

Am Parkplatz werden die Besucher mit Helm und Lampe ausgestattet. Von hier ist es nur ein kurzer Spaziergang über das riesige Lavafeld zum Eingang der Höhle. Eine Leiter führt unter die gewölbte Decke. Dann geht es in leichter Blockkletterei weiter hinunter bis zum Eisengitter, welches die geschützte Höhle seit 1993 versperrt. Den Schlüssel dafür hat der Guide.

Im Inneren ist es stockdunkel. Alle Details sind nur im Schein der Stirnlampen zu erkennen. Die Wände haben einen wie Schokolade aussehenden Überzug. Von der Decke hängen Schoko-Stalagtiten. Ein paar Stücke waren bereits herunter gefallen.

 

Besonders schön sind die Eisformationen am Ende der Höhle, die sich mit den Jahreszeiten verändern. Stalagmiten aus Eis wachsen vom Boden empor und die Wände sind mit Eiskristallen überzogen, die im Lampenlicht goldig und silbern schimmern.

Kurz vor dem Ausgang der Höhle wurden wir gebeten, die Stirnlampen auszuschalten und bewusst die völlige Dunkelheit wahrzunehmen. Das war eine sehr interessante Erfahrung, vor allem wenn man dabei dem Tropfen des Wassers lauscht.

Hraunfossar

Der Nachmittag war wie vorhergesagt sehr regnerisch. Abends hat es dann doch noch aufgelockert. Das war die Gelegenheit, um uns den Hraunfossar anzusehen. Auf ca. 1 km Länge stürzen viele kleine Wasserfälle, die aus dem großen Lavafeld kommen, in den reißenden Gletscherfluss Hvítá. So ein Naturphänomen haben wir noch nicht gesehen. In der Nähe des Wasserfalls fanden wir den ersten Birkenpilz der Saison.

Hraunfossar

erster Birkenpilz 2014

Kurz vor dem Schlafengehen, gegen halb Elf hat sich tatsächlich noch die Sonne durchgesetzt, eine echte Wohltat nach einem so verregneten Tag.

Sonnenuntergang

Dienstag, 01.07.2014

Für den Süden Islands war am Vormittag ein kräftiger Sturm vorhergesagt, so dass wir nicht zu lange mit dem Aufbruch warten wollten. Unser Zelt hatten wir schnell abgebaut und sind dann in Richtung Westen gefahren.

 

Nur wenige Kilometer hinter Husafell haben wir an der witzigen Kirche gestoppt, die aussieht wie ein Leuchtturm.

Kirche

Snorri Pool in Reykholt

In Reykholt gibt es ein Museum über den Dichter und bedeutendsten Politiker im mittelalterlichen Island Snorri Sturluson.

 

Snorri ließ nahe seinem Haus ein heißes Bad bauen, das von einer in Island typischen heißen Quelle gespeist wurde und einen unterirdischen Gang zu seinem Haus hatte.

 

Das Bad steht noch heute und gilt als Touristenattraktion, da es eines der letzten erhaltenen Bauwerke aus dieser Zeit darstellt.

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