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Salalah

Al Hahhah - Altstadt

Freitag, 9.12.2016

Den letzten Tag unserer Omanrundreise haben wir in Salalah verbracht. Da in arabischen Ländern am Freitag schon Wochenende ist, mussten wir uns beeilen, um vor Ladenschluss noch zum Souq zu kommen. Einige Geschäfte hatten schon nicht mehr geöffnet.

Der Souq im Stadteil Al-Hafah ist bekannt für das große Angebot an Weihrauch und allem was dazugehört, wie z.B. Weihrauchbrenner und auch Flakons mit Duftstoffen aller Art.

 

Wir haben ein paar Souvenirs ausgesucht, u.a. eine Dishdascha und eine Kumma für Uwe.

 

Tipp: Antiken Omanischen Silberschmuck sollte man am besten im Souq in Mutrah kaufen, in Nizwa bekommt man häufig schon indische Emitate und hier im Süden haben wir keinen mehr gesehen.

Weihrauchsouq

Obsthändler

In den tropischen Gärten von Salalah gedeihen Kokospalmen und Bananenstauden besonders gut.

 

Tipp: Wir können die vielen Straßenhändler empfehlen, die das Obst und Gemüse direkt von den Farmen verkaufen.

 

Die kleinen Bananen sind wahnsinnig lecker und frische Kokosnüsse zum Trinken sowieso, egal ob gelbe oder grüne.

Kürbisse

Plantage

Rein zufällig sind wir in das Palastviertel des Sultans gelangt. Ein Arbeiter hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass sich "His Majesty", wie der Sultan liebevoll genant wird, hier ab und an aufhält. Der Palast selbst ist von hohen Mauern umgeben, doch der Bummel durch die gepflegte Grünanlagen lohnt sich.

Sultanpalast

Moschee im Plastgelände

Zum Mittag sind wir in den Stadteil Dahariz gefahren. Die Picknickplätze am einsamen Strand sind wunderschön und mit Butter Chicken als "Take Away" vom Inder sowie den leckeren Bananen vom Straßenhändler war das Essen perfekt. Mehr brauchen wir nicht!

Am Strand von Dahariz

Mittagessen vom Imbiss

Anschließend sind wir noch ein wenig in der Lagune von Dahariz spazieren gegangen. Auch hier leben, wie im Khor Ruri, viele Wasservögel.

 

Besonders schön war es, die Flamingos zu beobachten, wie sie einbeinig herumstehen oder mit ihren langen Beinen durch die Lagune storksen.

 

Die schwarzen Vögel, vielleicht eine Art Fischreiher, hatten wir zuvor noch nie gesehen.

Khor Dahariz

Burj An Nahdah

Mit einem kleinen Umweg über den Kreisverkehr, in dessen Mitte der Burj An Nahdah steht, sind wir zur großen Moschee von Salalah gefahren.

 

Am Wochenende kann man sie als Tourist leider nicht von innen besichtigen, doch auch von außen ist das imposante Gebäude sehenswert.

 

Uwe hat es mithilfe der Gastarbeiter, die den Boden gewienert haben, geschafft, bis in den Innenhof vorzudringen und ein paar Fotos zu machen.

Große Sulta Qaboos Moschee

Minarett

Fenster

Rotana Resort

Rotana Resort

Für die beiden letzten Nächte in Salalah haben wir uns von unserem Reiseveranstalter überreden lassen, das Rotana Resort als Unterkunft zu buchen. Wir hätten sonst noch einmal die Arabian Sea Villas gewählt.

Auf den ersten Blick machte das Resort einen tollen Eindruck. Der Eingangsbereich ist wunderschön gestaltet und das Personal war äußerst freundlich. Die in mehrere Häuser untergliederte Anlage hat die Zimmer in sogenannten Clustern untergebracht.

 

Dass die Touristen nach Nationalitäten geclustert werden und wir die Animation der Italiener direkt gegenüber unserem Zimmer hatten, haben wir erst später gemerkt.

Eingangsbereich

Omani Kaffee und datteln

Die landestypischen Datteln mit Omanischem Kaffee, die in jedem anderen Hotel auf dem Buffet angeboten wurden, konnten wir hier nur gut versteckt in einer Ecke der Rezeption finden.

 

Die ganze Anlage war zu künstlich angelegt und wir haben uns nach kurzer Zeit in die schon etwas in die Jahre gekommenen Sea Villas direkt am Strand von Dahariz zurück gesehnt. Das kleine Hotel wirkte einfach authentischer als die künstliche Welt des Rotana Resorts.

Strand

Am Strand waren wir die einzigen Gäste, die frische Kokosnüsse getrunken haben. Die meisten Urlauber hatten keinen Mietwagen und konnten somit nicht in die ca. 20 km entfernte Stadt fahren. Sie mussten sich aus dem All-inklusive-Angebot an Softdrinks oder Dosenbier bedienen. Die angestellten Philippinos haben geschmunzelt und uns vielsagend zugezwinkert.

Kokosnüsse

Pool

So hübsch wie das Zimmer und die ganze Hotelanlage auch waren, wir würden dort nie wieder hinfahren.

 

Es will einfach nicht gelingen, uns mit den Pauschaltouristen identifizieren, die sich den Teller am Buffet vollschaufeln und die Handtücher auf die Liegen am Strand werfen, auch wenn sie gar nicht da sind.

 

Ein schöner Balkon ist für uns wertlos, wenn gegenüber bis 23 Uhr Kinderanimation stattfindet.

Zimmer

Als Omani gekeidet

Die Krönung kam in der zweiten Nacht, als über uns ein paar Urlauber aus dem Ostblock von 1:30 bis 4:00 Uhr ihre Privatparty auf dem Balkon gefeiert haben.

 

Die Telefonanlage hat nicht funktioniert, so dass wir uns anziehen und persönlich an der Rezeption beschweren mussten. Die Musik spielte daraufhin nur noch im Zimmer. Nach erneuter Beschwerde sollte die Security geholt werden, doch um 4 Uhr hat der Spuk dann von allein aufgehört. Es war grausam.

Letzter Abend

Samstag, 10.12.2016

Völlig unausgeruht sind wir zum Flughafen gefahren. Zum Glück verlief die Übergabe des Mietwagens problemlos.

 

In Muscat hatten wir nur sehr wenig Zeit zum Umsteigen, doch alles hat reibungslos geklappt. Uwe konnte sogar noch schnell Libanesischen Wein aus dem Duty Free Shop holen.

 

Im Flugzeug nach Frankfurt nahm das Grauen dann seinen weiteren Lauf.

Flughafen Salalah

Mitbringsel

Vor uns saß eine dreiköpfige Familie mit Kleinkind. Wie die Eltern so das Kind. Wir hatten keine Minute Ruhe, wie in der Nacht zuvor im Hotel.

 

In Frankfurt/Main waren wir froh, dass wir sofort in die Bahn steigen konnten und innerhalb kürzester Zeit wieder zu Hause waren. So wenig Aufenthalt hatten wir noch nie auf einer Reise.

 

Daheim haben wir noch unsere Mitbringsel ausgepackt und sind dann bald schlafen gegangen.

Fazit: Uns hat die Reise in die Arabische Welt sehr gut gefallen. So viel Offenheit und Toleranz hatten wir nicht erwartet. Auch die Sicherheit im Land hat uns sehr beeindruckt. Wir sind unbeschwerter als im Süden Europas unterwegs gewesen. Dennoch werden wir das Gefühl nicht los, dass es kurz vor knapp ist, den Oman als Individualtourist zu besuchen.

 

Die Erdölreserven reichen noch etwa 15 Jahre, dann will man weitere Bodenschätze ausbeuten. Gleichzeitig wird der Tourismus als Einnahmequelle ausgebaut. Wir können die Omanis auf eine Art verstehen, dass sie auf diese Weise Geld verdienen wollen. Andersherum wird der Massentourismus der Natur und der Kultur nicht gut tun. Wir lesen mit Besorgnis Artikel darüber, dass drei neue Budgethotels in Muscat und weitere in anderen Orten gebaut werden. Außerdem soll die Kapazität am Strand, wo das Rotana Resort liegt, auf 3000 Betten erweitert werden. In Muscat wird ein neues Flughafenterminal gebaut. In Salalah ist es bereits in Betrieb. Alles für noch mehr Touristen. Dazu kommen die Kreuzfahrtschiffe, deren Passagiere zu Hunderten in den Souq von Mutrah einfallen oder die in einem Bus nach dem anderen zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten gefahren werden.

 

Vielleicht steht es uns nicht zu, darüber zu urteilen, doch wenn sich der Tourismus im Oman so entwickelt, wie wir es leider über viele Jahre in Island beobachtet haben, wird er demnächst kein Reiseziel mehr für uns sein.

 

Wir sind auch gespannt, was passiert, wenn der beliebte Sultan stirbt und jemand anderes an die Macht kommt. Die Bevölkerung im Oman ist sehr jung und jeder möchte vom Wohlstand profitieren. Das wird in der jetzigen Form nicht mehr lange funktionieren.

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