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Antofagasta

Wir sind relativ spät in Antofagasta angekommen und hatten leichte Schwierigkeiten, einen Campingplatz zu finden. Die Zeltplätze dirkt am Strand waren noch nicht in Betrieb oder völlig unbewohnbar. Die Campingsaison beginnt in Chile erst Mitte Dezember. Camping Rucamovil, ein Stück südlich von Antofagasta kurz vor Coloso, hatte glücklicherweise geöffnet. Wir waren die einzigen Gäste mit Zelt.

Einfahrt zum Camping

Campingplatz

Skyline Antofagasta

Sonntag, 5.11.2017

Von Weitem sah Antofagasta nicht besonders einladend aus, dennoch wollten wir schauen, was die Stadt zu bieten hat.

 

Als wir am Parkplatz vom Fischmarkt angekommen sind, hat uns ein älterer Mann mit Warnweste eingewiesen und zu verstehen gegeben, dass er auf das Auto aufpasst. Uns kam das irgendwie seltsam vor, doch in der Nähe standen Polizisten und wir dachten, das wird schon seine Ordnung haben.

Fischmarkt

Zum Mittagessen wollten wir wieder auf den Campingplatz sein. Da bot es sich geradezu an, ein schönes Stück Thunfisch vom Markt mitzunehmen. Dazu passende Kochbananen hatten wir zuvor bereits eingekauft.

Thunfischsteak

Thunfisch in der Pfanne

Auf dem Weg in die Innenstadt sind wir am alten Bahnhof vorbei gekommen. Hier verkehrt die Ferrocarril de Antofagasta (Chili) & Bolivia Railway (FCAB), die den Hafen von Antofagasta mit La Paz im Hochland von Bolivien verbindet. Die 1152 km lange Gebirgsbahnstrecke dient hauptsächlich dem Transport von Kupfer und Schwefelsäure.

Alter Bahnhof

Unser Guide

Dampflok

Durch den Zaun konnten wir die alte Lok und die Dampfmaschine sehen, doch einen offiziellen Zugang zum Eisenbahnmuseum haben wir nicht gefunden. Neben dem Bahnhofsgebäude war eine Art Pförtnerhäuschen, wo wir gefragt haben, ob wir mal auf das Gelände dürfen. Einer der netten Männer hat uns begleitet und wir konnten in Ruhe alles anschauen.

Dampfmaschine

Gepäckwagen

Im Zentrum war ein großer Menschenauflauf, zunächst dachten wir an eine Demonstration. Doch als wir näher kamen, haben wir schnell erkannt, dass die Schüler zum Abschluss des Schuljahres zu einer Parade aufmarschiert sind. Die Kleidung und Musik hat uns an Schottland erinnert. Es war schön, sie ein Weilchen zu beobachten.

Parade in der Innenstadt

Fußgängerzone

Kirche

Nach einen Abstecher in die Fußgängerzone sind wir an der Kathedrale vorbei über die Plaza Colon zurück zum Wasser gegangen. Die Seebrücke "Paseo del Mar" lädt zum Verweilen ein. Schade nur, dass durch das nahe Gebirge oft eine Wolkendecke über den Küstenstädten liegt. Für das mediterrane Flair fehlt einfach die Sonne. Die Chilenen stört das nicht, sie finden das Küstenklima angenehm. So ist das in einer Wüstengegend.

Zentraler Platz

Am Hafen

Beim Losfahren vom Fischmarkt haben wir dem vermeintlichen Parkplatzwächter ein kleines Trinkgeld zugesteckt. Auch auf anderen Parkplätzen waren die Warnwestenträger präsent. Manchmal wollten sie das Auto putzen. Wir haben das zwar immer abgelehnt, aber trotzdem ein paar Pesos gegeben.

Am Nachmittag war auf dem Campingplatz richtig was los. Die Einheimischen kommen am Wochenende mit ihren Familien an den Pool und veranstalten ein Asado, ein chilenisches Grillfest.

 

Die Frauen bereiten die Salate und Beilagen zu während die Männer viel Fleisch grillen und die Kinder im Pool planschen.

 

Wir haben den Thunfisch in der Pfanne gebraten und ihn uns mit den Kochbananen schmecken lassen.

Pool

Montag, 6.11.2017

Eine Herausforderung hatten wir in diesem Urlaub noch nicht gemeistert. Es war uns bisher nicht gelungen, einen Benzinkanister für die Tour durch das Altiplano zu beschaffen. Alle möglichen Baumärkte hatten wir schon abgeklappert. Unser Französisches Rentnerpaar schrieb per E-Mail, dass es welche im EASY-Baumarkt geben soll. In einem EASY-Markt konnten wir einen Metallkanister für 80€ finden. Das war uns jedoch deutlich zu teuer für die einmalige Verwendung.

 

Tipp: Durch Zufall haben wir im Fenster eines Autohauses einen roten Plastikkanister stehen sehen und prompt gefragt, wo man den bekommt. Die Lösung war ganz einfach: an der COPEC-Tankstelle um die Ecke gab es 10 l Kansister für nur 13€.

Felsbogen La Portada

Nun konnten wir beruhigt die Fahrt entlang der Küste in Richtung Norden antreten. Der beeindruckende Felsbogen "La Portada" lag kurz hinter Antofagasta auf der Strecke. Er ist 43 m hoch, 70 m lang und 23 m breit.

Felsbogen

Truthahngeier

Die Zeit hat nicht gereicht, um die Steilküste hinab zu steigen und ein Stück am Strand entlang zu laufen.

 

Wir mussten noch knapp 400 Kilometer bis Iquique fahren.

 

Immerhin konnten wir von der Aussichtsplattform die kreisenden Truthahngeier beobachten und den Blick über die imposante Landschaft schweifen lassen.

Aussichtsplattform

Casino Municipal

In Mejillones sind wir zufällig auf das "Casino Municipal" aufmerksam geworden und dachten erst, es sei eine Kantine für die Stadtverwaltung, doch es entpuppte sich als Restaurant. Die Schwertfischroulade mit frisch gemachten Kartoffelchips hat wunderbar geschmeckt.

Restaurant in Mejillones

Schwertfischroulade

Die Fahrt entlang der Küste war größtenteils langweilig. Spannend wurde es beim "Grenzübertritt" von der Region Antofagasta in die Region Tarapaca am Rio Loa. Dort gibt es einen Checkpoint der Polizei. Wir mussten stoppen, zu einem kleinen Zollhäuschen gehen und die Reisepässe sowie die Fahrzeugpapiere vorzeigen und haben ein Zollpapier mit Stempel bekommen, welches wir bei Fahrzeugrückgabe dem Autovermieter geben sollten.

Küstenstraße

Pelikane

Die Landschaft empfanden wir als trostlos, so viel Wasser, aber kein bisschen Grün. Der kalte Humboldstrom spendet keinerlei Feuchtigkeit für Pflanzen.

 

Hin und wieder lagen Autowracks am Straßenrand, vereinzelt haben wir kleine Siedlungen passiert, die per Tankwagen mit Trinkwasser versorgt werden. Auf den Felsen an der Küste haben sich die Pelikane gesonnt. Für uns war die Fahrt nur ein Abspulen von Kilometern, aber keine lohnenswerte Strecke.

Küstenstrecke

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