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Quebrada de Jere

Schlucht

Dienstag, 31.10.2017

Für den heutigen Tag hatten wir uns einen etwas längeren Ausflug vorgenommen. Auf der Fahrt zum ersten Etappenziel wurden wir kurz vor Toconao erst mal von der Polizei angehalten. Die Polizisten wollten nur wissen woher wir kommen, dann konnten wir sofort weiter fahren. Wenig später hat die Hauptstraße die Schlucht "Quebrada de Jere" überquert. Die Zufahrt zum Wanderparkplatz ist ausgeschildert.

Höhlenwohnung

Granatapfelblüte

Ein Spaziergang durch die Oasengärten lohnt sich zu jeder Jahreszeit.

 

Bei unserem Aufenthalt im Frühsommer haben die Pflanzen geblüht. Im Herbst sind dann die Früchte reif, pflücken ist jedoch nicht erlaubt.

 

Tipp: Direkt am Fluss liegt ein sehr schöner Picknickplatz mit einigen Grillstellen. Selbstversorger können hier komfortabel speisen.

Picknickplatz

Bergpflanze

Eidechse

Auf dem weitläufigen Gelände sind Höhlenwohnungen sowie nachgebaute Steinhäuser früherer Siedler und Felszeichnungen zu entdecken. Auf einem Plateau findet man ganz viele kleine Mulden im Gestein, hier wurde Getreide gemahlen.

Typisches Haus

Felszeichnung

Sehr interessant für uns waren die Steinbrüche im relativ weichen Laparit-Gestein oberhalb des Parkplatzes. Jeder Steinbruch gehört einer Familie, die dort Baumaterial für ihre Häuser abbaut. Zwei Männer waren gerade mit der Herstellung maßgerechter Steine beschäftigt und haben sich stolz dabei zusehen lassen.

Steinbruch

Steine

Tipp: Die Jere-Schlucht liegt nur 38 km von San Pedro entfernt und ist für sich allein einen Tagesausflug wert. Wir wollten jedoch noch weiter und konnten deshalb keine ausgedehnte Wanderung entlang des Flusses unternehmen.

Sociere

Warnschild

Schon kurz hinter Toconao wies ein Schild unmißverständlich darauf hin, dass wir uns in die direkte Umgebung aktiver Vulkane begben würden.

 

In der Ferne waren die schneebedeckten Cerro Miscanti (5622m) und Cerro Miniques (5910m) bereits zu erkennen. An der Grenze zu Argentinien liegen weitere Vulkane, die über 6000m hoch sind.

 

Wenn es hier zu einem Ausbruch kommt, möchten wir lieber nicht dabei sein.

Vikunjas

Blumen

Je höher wir fuhren, desto mehr hat sich die Landschaft verändert. Aus trockenen Wüstenflächen wurden mit Gras übersäte Hochebenen. Wo Pflanzen sind, leben in der Regel auch Tiere. Die ersten Vikunjas haben nicht lange auf sich warten lassen. Neugierig standen sie am Straßenrand und haben sich über uns knipsende Touristen gewundert.

Terrassenfeld

Bäuerin

Das Dorf Socaire liegt bereits auf 3218 m Höhe und wird offenbar von einigen Reiseveranstaltern zur Höhenanpassung der Kunden und Ausgangspunkt für Ausflüge in die Berge genutzt. Es gibt hier viele Unterkunftsmöglichkeiten.

Kirche

Kirche innen

Wir haben uns die schöne Kirche angesehen und den Frauen bei der mühevollen Feldarbeit zugeschaut.

 

Einige Frauen haben vor der Kirche eifrig gestrickt und ihre warmen Handschuhe und Mützen direkt an die Touristen verkauft.

 

Der Temperaturunterschied zu San Pedro war hier schon empfindlich zu spüren und es würde auf dem weiteren Weg noch kälter werden.

Radfahrer

Bis auf die Kleinbusse der Tourveranstalter waren wir so ziemlich allein auf den Straßen unterwegs. Da ist es schon eine Überraschung, zwei Radfahrer von unserem Campingplatz zu treffen, die gestern aufgebrochen sind. Uns würden keine zehn Pferde dazu bringen, auf einer solchen Strecke mit dem Fahrrad zu fahren, aber immerhin hatten die beiden nicht mit den elektronischen Helferlein wie wir im Auto zu kämpfen.

 

Als Diebstahlschutz war der Toyota mit GPS-Überwachung ausgestattet. Das wäre nicht weiter schlimm gewesen, außer, dass der Kasten auf dem Armaturenbrett gestört hat, aber das Ding wurde auch zur Überwachung der Geschwindigkeit eingesetzt. Sobald das vorgeschriebene Tempo überschritten war, kam eine laute Ansage von einer strengen Männerstimme "Reduzca la velocidad". Das war sehr anstrengend, denn der Apparat konnte keine Verkehrsschilder lesen und lag manchmal falsch.

Laguna Misacanti

Schon bald hinter Sociare endet die asphaltierte Straße und es geht über eine staubige Piste weiter zur "Lagune Miscanti".

 

Der abflusslose See wird vom Wasser der umliegenden Berge gespeist und befindet sich auf 4140m Höhe. Ein Teil des Wassers versickert zur benachbarten "Lagune Miniques".

 

Landschaftlich liegen die beiden Seen großartig eingebettet vor ihren gleichnamigen Vulkanen.

Staubfahne

Laguna Miscanti

Draußen war es ziemlich kalt und windig, so dass wir nur wenige Schritte gegangen sind. Außerdem ist die Luft in der Höhe sehr "dünn". Man kann sich nur ganz langsam bewegen, ohne außer Atem zu kommen.

 

An den Seen nisten die seltenen Tagua Cornuda Enten und im Wasser stehen Flamingos. Leider kann man die Tiere nur ganz aus der Ferne sehen, weil die markierten Wege weit von den Lagunen entfernt sind. Das hat uns persönlich nicht gefallen. Normalerweise nehmen die Tiere keine Notiz von uns Menschen, wenn wir sie nicht absichtlich aufschrecken. Eine so weiträumige Absperrung wäre sicher nicht nötig.

Lavalandschaft

Auf der Rückfahrt zur Hauptstraße haben wir an den Berghängen lustige Eisformationen entdeckt.

 

Die Höhlen und Bögen aus Lavagestein hatten schon auf der Hinfahrt eine magische Anziehungskraft auf uns, hier mussten wir einfach stoppen.

 

In ganz gemächlichem Tempo, wir befanden uns noch immer auf über 4000m, sind wir ein Stück zwischen den phantsievollen Formationen umher gewandert.

Eisfelder

Lavaformationen

Felsbogen

Lupinen

Etwas weiter unten waren die Ebenen von wunderschön blühenden Lupinen übersät.

 

Wir mögen diese Blumen sehr und am liebsten hätten wir hier irgendwo übernachtet, doch unser Zelt stand in San Pedro, somit mussten wir, ob wir wollten oder nicht, den Rückweg antreten.

Salar de Atacama

Salar de Atacama

Da wir nicht gern die gleiche Strecke zurück fahren, sind wir der Salzstraße am "Salar de Atacama" entlang gefolgt, die parallel zur Asphaltstraße verläuft.

 

Die riesige Fläche des größten Salzsees von Chile war sehr beeindruckend für uns. Mehrfach haben wir angehalten, um ein paar Schritte auf der Salzkruste zu laufen.

 

Wie die Esel in dieser unwirtlichen Gegend überleben können, ist uns schleierhaft.

Esel in karger Landschaft

Salzkruste

Der See enthält ca. 27% der weltweiten Lithium-Reserven sowie Borax und Kaliumsalze.

Interessante Info aus Wiki: Zur Gewinnung der Salze wird die Sole in flache Becken gepumpt, in denen das Wasser verdunstet. die Kaliumsalze fallen aus während Bor und Lithium gelöst bleiben. Diese Sole wird über Rohrleitungen zur weiteren Verarbeitung gefördert.

 

Aus dem Flugzeug konnten wir diese Becken erkennen. Leider hatten wir nicht genügend Zeit, um uns das vor Ort anzusehen.

Salzgewinnung

Kurz vor Sonnenuntergang waren wir wieder auf dem Campingplatz. Die Kochnische war heute schon komplett von anderen Campern belegt, so dass wir im Schein der Gaslaterne an unserem Zeltplatz Abendbrot gegessen haben.

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